Solarzellen, die sich als zweite Haut über Gebäudefassaden legen können, stehen kurz vor der Prototypen-Phase.
Wenn sie marktfreif sind, ermöglicht das
https://www.independent.co.uk/tech/solar-panel-window-transparent-efficiency-record-b2720986.html
@grimm uff weiß ich nicht, aber find auch die Publikation dazu nicht. 12% Effizienz, obwohl man nur nah-UV und NIR absorbiert? Das lässt ja quasi den Großteil des Sonnenspektrums aus.
Dazu ist die Technologie... Schwierig. Wenn ein Fenster einen Kratzer hat, muss es dann komplett getauscht werden? Wie oft müssen die geputzt werden, um optimal zu laufen? Wär wahrscheinlich sinnvoller, einfach die Fassade mit regulären Solarzellen zu pflastern.
@buerviper Reguläre Zellen sind keine Alternative, weil niemand in einer schwarzen Hölle wohnen will.
Und lass die doch erstmal den Prototypen bauen, bevor die ganzen "Ja, aber..." kommen. Ist doch grundsätzlich super!
@grimm kenn das Prinzip ja schon seit ein paar Jahren, das ist halt kein Gamechanger. Aber natürlich interessante Forschung.
@grimm und es geht ja auch nicht um Wohnhäuser, sondern Wolkenkratzer, da ist das ästhetische empfinden am Ende zweitrangig. Zu Hause wird sich das keiner für die 4 süd Fenster einbauen lassen, die man hat.
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“There are still research improvements to be made but importantly, we know where the challenges lie and have a clear strategy for overcoming them,” said Professor Madsen. “We can scale up what we have, but we need business partners.”
Mit anderen Worten: Wir brauchen noch etwas Fördergeld, dann brauchen wir ein gefördertes Projekt mit Industriepartnern und wenn das ausgegeben ist, haben wir die nächste Idee.
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Ich hoffe, dass ich mich irre.
ABER. Das ist beileibe nicht der erste Anlauf. Der letzte mir bekannt Versuch endete hier: https://ubiquitous.energy/
Und die hatten ein schon hochskaliertes industrielles Verfahren
https://www.mdr.de/wissen/transparente-solarzellen-solar-fenster-100.html
Problem: die Fassade steht ungünstig und ist fast immer teilverschattet. Dazu der systembedingte niedrige Wirkungsgrad. Nicht zuletzt muss man die Leistung vom Fenster weg bekommen.
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Dann doch lieber Gebäudeintegrierte PV mit etablierter Technologie, und selbst die haben Schwierigkeiten
@xriss @grimm ja sehe ich auch so. Kenne jetzt so "transparente PV-Fenster" seit knapp 10 Jahren aus der Grundlagenforschung, aber da ist so ein Rattenschwanz dran, da ist egal, ob da jetzt 2% mehr Effizienz draufkommen oder nicht (und dann noch mit Blei!)
Dann lieber innovative PV-Lösungen. Mein Favorit kommt aus Italien, wo ein Familienunternehmen PV-Module in Form von Terracotta-Dachziegeln anbietet, wodurch man die sogar prinzipiell in denkmäler einbauen kann. https://www.dyaqua.it/
Ja, für Dachziegel gibt es das auch.... allerdings auch die Diskussionen über die Verkabelung. Wegen der systembedingt hohen Anzahl an Steckverbindern gilt das als anfällig. Kenne leider keine Zahlen zu den Ausfallraten.
@grimm @buerviper Das Material ist m.W. nicht stark genug, um das Fenster selbst daraus zu machen. Unklar ist auch, ob die nötige Verkapselung schon gelöst ist. Glas geht ja nicht, wenn der UV Anteil genutzt werden soll. Wurde schon ein Alterungstest gemacht? Nach dem Artikel hab ich mehr Fragen als Antworten.
ILink auf die Originalpublikation wäre hilfreich.
@carbonwoman @grimm @buerviper Quarzglas lässt durch ultraviolett, aber hat höher Erweichungstemperatur als anderen Gläsern.
@grimm @buerviper komm, „efficiency of 12.3 per cent – close to that of commercial solar cells.“ ist schon nah an Bullshit-PR. Schon kommerzielle (spottbillige) Standard-Silizium-Zellen haben einen doppelt so hohen Wirkungsgrad. (Und die besten undurchsichtigen perovskit Zellen liegen nochmal höher; baut trotzdem keiner, weil sie nicht halten).
Generell hört sich transparent geiler an als es ist. Es fehlt uns selbst im dicht besiedelten Deutschland definitiv nicht an Flächen für Solar.
@egghat @grimm @buerviper betrachts mal aus diesem winkel: wenn dadurch flächen erschlossen werden, die bisher wegen vorgeschobener ästhetischer argumente nicht erschließbar waren, ist es ein gewinn.
@cm @egghat @grimm @buerviper Nicht, wenn die Zellen rotzteuer und einen mistigen Wirkungsgrad haben, und es an Flächen absolut keinen Mangel gibt.
(Sorry, aber ich habe in den letzten anderthalb Jahrzehnten so viele Technologien scheitern sehen. Druckbar, auf Folien, ohne seltene Erden, in Autodächern, … alles platt, weil Standardmodule preisgecrasht sind und damit allen alternativen Technologien die Luft zum Leben genommen haben).
@egghat @cm @grimm eben. Allein die Dachfläche aller dieser großen Logistikunternehmen etc. entspricht der PV Leistung von 36 AKW https://www.garbe-industrial.de/pv-potential/
Je weniger Solar in der Fläche, desto besser. Gibt schon genug menschenbedingten Flächenfraß in meinen Augen.
Das mit der Bullshit-PR stimmt allerdings
@grimm wir haben noch massig Dächer und Parkplätze. Und Agrivoltaik über bestimmten Flächen ist auch Standard-Zeugs.
So gerne ich transparente Solarzellen in allen Fenstern/Glasfassaden hätte, ich fürchte, das bleibt Faktor drei oder mehr zu teuer (auch weil die geringe Lebensdauer von Perowskit-Zellen bei Gebäudeintegration ein noch viel killigeres K.O.-Kriterium ist als bei normalen Modulen).
@egghat vor allem nicht, solange wir mehr Fläche in Golfplätzen haben als für PV oder Wind....