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Darf ich mir mal was wünschen?

Ich wünsche mir für alle Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich eine Woche Sonderurlaub in 2022 und 1.000 € Urlaubszuschuß vom Staat.

@Andiana Ja das wäre gut und richtig. Ich fürchte aber die Fee hat FDP gewählt, schreit "der Markt regelt das" und fliegt lachend davon.

@Andiana Ich wünsche besonders den Pflegekräften mehr Gehalt und gleichzeitig weniger Überstunden. Dass immer mehr Menschen in diese Berufe wechseln wollen und Zeit für mehr Zwischenmenschlichkeit bleibt.
Und liebende Partner.innen, die das Ganze mittragen.

@Andiana
Genau. Und für Arbeitnehmerinnen das Doppelte ;-)

@Andiana Ich hab jetzt Urlaub und gestern abend mit meiner Frau die Diskussion gehabt wie man es hinbekommt diese Woche zu verlängern. Ich bin sooo durch. Der Job an sich ist schon unfassbar fordernd und die notwendige Aufmerksamkeit ist schwer aufrechtzuerhalten, aber mit Corona wurde es noch deutlich schlimmer. Und ich arbeite gar nicht in einem wirklich coronabetroffenem Bereich. Bei uns verursachen die Hygieneregelungen schon so viel Stress. Klingt seltsam, ist aber so.

@Wheniam64 das glaube ich sofort. Und eine Woche ist da auch zu wenig. Aber alle müssen Urlaub haben und da ist es schwer mit 2 Wochen. Ich hoffe, ihr könnt ein wenig entspannen und euch was Gutes gönnen.

@Andiana Ich hab meinen Text gerade nochmal gelesen. Da kommt gar nicht raus, dass ich im Gesundheitswesen arbeite. In der Tagesbetreuung von Menschen mit Einschränkungen. Ich arbeite halt nur nicht direkt in einem, coronabedingt auf dem Zahnfleisch gehenden, Bereich. Aber selbst unsere Belastung ist nach zwei Jahren soo unfassbar enorm, dass ich mir Gedanken mache wie ich eine psychische Erkrankung noch abwenden kann. 1/2

@Andiana Ich spiele mit dem Gedanken mich vom Hausarzt wegen einer fingierten Erkältung krankschreiben zu lassen um meine Psyche zu entlasten. Anstatt dem Arzt zu erklären was ich wirklich habe, denn der Umgang der Arbeitgeber und der Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen und Dauerbelastungen, gerade in diesem Bereich (Gesundheitswesen), hat noch deutlich Luft nach oben.

@Wheniam64 Würde ich auch machen. @Andiana Der Liebste und ich arbeiten auch nicht direkt im Gesundheitsbereich, sondern in der Behindertenbetreuung mit Ganztagespflege. Für uns war die psychische Belastung gerade letzten Winter auch enorm, weil unsere Klienten Hochrisikopatienten sind und wir hölle Angst hatten, sie vielleicht unwissentlich zu infizieren.

@Thalestria @Andiana Ich habe auch keine Skrupel es zu machen, ich finde es nur falsch.Ich kenne meinen Körper und zu einem gewissen Grad auch meine Psyche und ich weiß wann es Zeit ist sich auszukurieren.Ich denke man kann da fast von Parallelen zu einer körperlichen Erkrankung sprechen. Wenn ich eine Erkältung übergehe,wird sie schlimmer, chronisch,oder weitet sich zu etwas schlimmeren aus.Das ist auch bei psychischer Belastung so.Aber Präventivurlaub gibts nicht.

@Thalestria @Andiana Ich will mich, mit einer noch nicht komplett ausgeprägten Burnoutphase krankschreiben lassen können um nicht dann später 6 Monate auszufallen und mich da wieder rauskämpfen zu müssen. Ich habe irgendwann entschieden jeden 2. Freitag frei zu machen, um mich zu schonen. Aber unter den derzeitigen Bedingungen (Corona) ist es nicht mehr möglich. Stattdessen sammle ich Überstunde um Überstunde.

@Thalestria @Andiana Das Problem von Corona bei den von mir betreuten Menschen ist nicht die akute Gefährdung, sondern die zurückgehende Teilhabe an der Gesellschaft. Ich habe mit manchen Menschen über 20 Jahre an Verhalten und Toleranz gegenüber Stressoren gearbeitet und wir hatten es geschafft Fremdgefährdung und selbstverletzende Verhalten in stressigen Momenten so zu reduzieren, dass inklusive Momente möglich waren. (Öffis, Theater, Konzert) 1/2

@Thalestria @Andiana 2/2 Aber all diese Dinge gehen gerade nicht, weil zu den ganzen Problemen und Stressoren die eh schon da sind, jetzt auch noch die Maske kommt. Und bei 90% der von mir betreuten Menschen ist es nicht möglich die Maske adäquat einzusetzen. Als Folge dessen haben wir einen dramatischen Rückschritt bei inklusiven Momenten, mit all den Nachteilen und Folgen die das mit sich bringt. Das ist für mich fast schlimmer als die eigene Belastung.

@Andiana und dann ein Gehalt im Anschluss, dass solche Almosen nicht mehr erforderlich machte... sorry, aber z.B. keinen Dekubitus oder Bandscheibenvorfall zu bekommen ist relevanter (weil mehr uff) als der Umstand, ob Deine Tastatur oder Akku immer perfekt funktionieren.

@Andiana (um mal zwei unterschiedlich wahrgenommene und dementsprechend unterschiedlich entlohnte Branchen gegenüber zu stellen)

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